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Lohnt es sich für Unternehmen im B2B-Umfeld zu twittern?

Unsere Zielgruppe sind ausschließlich Geschäftsleute – lohnt es sich da überhaupt zu twittern? Eine Frage, die Verantwortliche in der B2B-Kommunikation derzeit stark umtreibt. Und die oft lange unbeantwortet bleibt.

Die Antwort hängt davon ab, welches Ziel ein Unternehmen verfolgt, welche Zielgruppen es ansprechen will und welche Affinitäten diese haben. Aus bloßem Selbstzweck zu twittern, macht sicher wenig Sinn. Denn dafür ist der Aufwand zu hoch. Ein Engagement auf Twitter erfordert, sich ganz auf das Medium einzulassen. Unternehmen, die dazu bereit sind, können aber in vieler Hinsicht davon profitieren.

Bei aller Leichtigkeit des Mediums braucht ein Unternehmensauftritt dennoch eine sorgfältige Planung. An erster Stelle steht die Frage nach den Zielen, die mit dem Twitter-Account verfolgt werden sollen. Um die richtigen Botschaften zur richtigen Zeit zu verbreiten und sie mit den anderen Kommunikationskanälen des Unternehmens zu synchronisieren, braucht es ein durchdachtes redaktionelles Konzept. Um spontan kommunizieren zu können, müssen schließlich die Mitarbeiter, die twittern, ihre Freiheitsgrade und Grenzen kennen. Sind diese Eckpfeiler gesetzt, steht einem erfolgreichen Eintritt in die Twitter-Welt nichts mehr im Wege.

Das Phänomen Twitter wird unsere Art zu kommunizieren vielleicht ähnlich revolutionieren wie die SMS. Die Kommunikation auf 140 Zeichen ist aus dem Alltag vieler Menschen – und nicht nur der Generation der Digital Natives – kaum noch wegzudenken. Auch im B2B-Bereich finden sich bereits viele Twitter-affine Personen, die das Medium aktiv nutzen. Nicht nur in den Kommunikationsabteilungen. Viele Fach- und Führungskräfte  auf Gebieten wie dem e-Commerce, dem Onlinebanking oder im CRM haben Twitter für sich entdeckt. So wie sie ihre Kunden darüber bedienen, sind sie empfänglich für Botschaften ihrer Zulieferer und Dienstleister.

Twitter ist weder einer reiner Sendekanal, noch ist es ein soziales Netzwerk im klassischen Sinne. Eine Studie des südkoreanischen Forschungszentrums Kaist legt nahe, dass es sich um ein Nachrichtenmedium handelt. 54 Prozent der kursierenden Themen sind demzufolge Nachrichten von verschiedensten Medien, deren Headlines getwittert werden und auf den entsprechenden Artikel verlinken. Diese werden massenhaft von anderen Twitter-Mitgliedern aufgegriffen und weitergeleitet (über so genannte Re-Tweets).

Gleichzeitig nutzen viele Medien Twitter als Rückkanal, beispielsweise wenn auf ihre Artikel referenziert wird, oder indem sie bestimmte Themencontainer über so genannte Hashtags anzapfen. In der B2B-Kommunikation bietet Twitter somit weitreichende Möglichkeiten, in den direkten Dialog mit den eigenen Zielgruppen und wichtigen Beziehungsträgern wie Journalisten zu treten.

Auch die mediale Präsenz lässt sich durch den gezielten Einsatz steigern. Nicht nur durch die Weiterverbreitung von Nachrichten, sondern auch schon allein durch die Tatsache, dass Tweets durch Suchmaschinen erfasst werden. Schließlich richten auch Journalisten immer häufiger Fragen an die Twitter-Community. Und Twitter-Interviews sind bereits im Kommen.