Blogger Relations gewinnen an Bedeutung
In der B2C-Kommunikation gibt es bereits seit Jahren ausreichend Beispiele, welche die Macht der Blogs veranschaulichen. Ganz zu schweigen von ihrer hohen Bedeutung in Politik und Gesellschaft. Aber auch im B2B-Umfeld gibt es zunehmend Blogs und Blogger, die Technologie- und/oder Branchen-Trends aufspüren und analysieren. Die relevanten Inhalte erfreuen sich wachsender Beliebtheit.
Vorreiter ist auch hier – wie so häufig im B2B-relevanten Web 2.0 – die IT-Branche. Technologieblogs sind weit verbreitet – nicht nur in den USA – und erzielen zum Teil Reichweiten, die denen von Branchenportalen, wie sie etwa etablierte Fachverlage betreiben, in nichts nachstehen. Aber auch auf Branchenebene haben sich mittlerweile Blogger etabliert, die viel gelesen und zitiert werden. Oft liegen ihre Reichweiten sogar deutlich über denen der Online-Portale etablierter Fachverlage. In einzelnen Branchen ist zu beobachten, dass Blogger, die bestimmte Themen besetzen, damit auch bei den Fachmedien Gehör finden. Es gehört daher zu den aktuellen Entwicklungen, dass in Branchenmagazinen mittlerweile von Zeit zu Zeit ausführliche Fachbeiträge von Bloggern verfasst werden. Dabei müssen sie nicht gleich so prominent sein wie etwa der frühere Chefarchitekt von IBM in Deutschland, Gunther Dueck – auch wenn er kein Blogger im klassischen Sinne ist – oder der Strategieberater und Blogger Sascha Lobo, der mit seinen pointierten und scharfsinnigen Beiträgen auch in Leitmedien wie Wirtschaftswoche oder Spiegel Online vertreten ist. Auch andere, dem breiten Publikum weniger bekannte Blogger haben sich innerhalb bestimmter Branchen einen Namen gemacht und sind gefragt als Gastautoren oder Redner.
In der B2B-Kommunikation werden professionelle Blogger Relations an Relevanz gewinnen. Ein erster Schritt besteht darin, die relevanten Blogs für einschlägige Branchen zu kennen, Meinungsführer zu identifizieren und nach Möglichkeit wenigstens annähernd über die Reichweiten der wichtigsten Branchenblogs Bescheid zu wissen. Durch ein zielgerichtetes Online-Monitoring lässt sich verfolgen, welche Themen in den Blogs angesagt sind und wie die Leser in den Kommentaren darauf ansprechen. Die Kommentarfunktion ist auch ein erstes Einfallstor, um die Beziehung anzubahnen und zu pflegen. Dabei gilt die goldene Regel, dass PR immer mit offenem Visier auftreten muss. Wer versucht, verdeckt PR in eigener Sache zu machen, wird früher oder später enttarnt. Das verzeiht die Online-Community nur schwer. Wer aber offen und geradeheraus eine Meinung vertritt, auch wenn sie kontrovers sein mag, bereichert die Diskussion und ist daher in der Regel willkommen.
Nicht immer ist es sinnvoll, Blogger gleich in den Presseverteiler aufzunehmen. Viele sind zwar an Informationen interessiert, aber nicht an einem Information Overkill. Es lohnt sich daher, zunächst das Gespräch mit den relevanten Vertretern der Zunft zu suchen. Das gilt im Übrigen genauso für den klassischen Journalismus.
Die Bedeutung der Blogger und ihrer Blogs wird in den kommenden Jahren aller Wahrscheinlichkeit weiter ansteigen. Das wird sich auch auf die B2B-Kommunikation und die Medienarbeit in diesem Bereich auswirken. Blogs sind sicher kein direkter Absatzkanal für Unternehmensinformationen – nicht einmal Corporate Blogs, denn auch dafür gelten eigene Spielregeln. Auf jeden Fall ist es wichtig, die Beziehungen zu relevanten Bloggern professionell zu pflegen. Dazu gehört auch, den Dialog mit ihnen zu suchen sich, für ihre Arbeit zu interessieren. Damit ist ein guter Anfang für eine dauerhafte Interaktion gesetzt. Oft stellt sich dann heraus, welche Interessen auf Gegenseitigkeit beruhen.

